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Nîmes PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Pfr. Dr. habil Thomas Benner   

Partnerschaft mit der Fraternité de Grezan in Nîmes/Provence

nimesUnsere Gemeinde pflegt eine lebendige Partnerschaft mit einer hugenottischen Gemeinde: der Fraternité de Grezan in Nîmes. Nîmes, die pulsierende Stadt mit gut 140.000 Einwohnern hat sich in den letzten Jahrzehnten sehr entwickelt. Die Einwohnerschaft nahm rapide zu, es entstanden neue Stadtviertel am Rand der historischen Altstadt mit ihren römischen, weltbekannten Monumenten. Das eher gemächlich-provencalische Lebensgefühl dominiert noch immer die Mentalität der Bewohner, aber wer die Stadt lange kennt und liebt, sieht eben auch: Fastfood-Ketten machen selbst vor Südfrankreich nicht halt.

Unsere Partnergemeinde ist im Südosten der Stadt in Vierteln beheimatet, die von Arbeitern und Kleinbürgern bewohnt sind. Sie unterscheidet sich dadurch von den Innenstadtgemeinden, dem Grand Temple und dem Petit Temple, die vom großbürgerlichen Milieu der Händler und Fabrikanten bestimmt wurden. Nîmes war seit der Mitte des 16. Jahrhunderts eine Hochburg des Protestantismus calvinistischer Prägung. Nach der Aufhebung des Toleranzedikts von Nantes 1683 wurden die Protestanten bedrängt, es gab militante Widerstandsbewegungen in den nahen Cevennen. Erst kurz vor der französischen Revolution konnten die Protestanten wieder aufatmen, ihre Konfession wurde geduldet. Inzwischen hatten sich die Konfessionsverhältnisse deutlich geändert. Der Katholizismus hatte besonders durch Zuwanderer Fuß gefasst. Im 19. Jahrhundert wurde die Altstadt städtebaulich von 4 neuen katholischen Kirchen regelrecht in die Zange genommen. Es sollte der Eindruck erweckt werden, der Katholizismus repräsentiere die Leitkultur der Stadt.

Die Fraternité dagegen schuf sich in Eigenleistung ein modernes Gemeindezentrum. Gemeindesaal und Kirchensaal sind identisch. Im gleichen Raum haben wir Kirchditmolder schon viele Gottesdienste und Festessen erlebt. Die Lebendigkeit der Gottesdienste ist ein Kennzeichen der Gemeinde. Pfarrer Cyrille Payot legt das Wort Gottes lebensnah aus, hat sich in den letzten zwei Jahren mit seiner Familie in der frat eingelebt. Friderun Nolte ist die Vorsitzende des Kirchenvorstands, blieb der Sonne wegen in Frankreich, sie ist gewissermaßen die Mutter der Kompanie.

Was prägt die Fraternité? Es gibt viel Hilfsbereitschaft und als Erbe aus den Zeiten der Verfolgung Offenheit für Menschen in Not, in den letzten Jahren für Migranten, die über keine Pässe verfügen, keinen Asylbewerberstatus haben. Die Worte Jesu aus Matthäus 25 (ihr begegnet mir in den Armen, Gefangenen, Kranken…) werden sehr ernst genommen. Die Freundschaft und Partnerschaft mit der Gemeinde in Nîmes ist für uns in Kirchditmold ein Gottesgeschenk. Und sie will gepflegt werden. Durch Besuche hin und her. Zuletzt waren wir im Herbst 2008 in der Provence. Der französische Gegenbesuch erfolgte zum Jahreswechsel. 2011 soll wieder eine Fahrt von Kassel in die Provence führen, dem Land des Mistral!