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Vom Engel, der nicht mitsingen wollte… PDF Drucken E-Mail

…erzählt eine Geschichte von W. Reiser. Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden, das soll er singen im Chor der Engel, aber dem Kleinen kommt es nicht über die Lippen. Den Frieden gibt es nicht und gegen seine Überzeugung singt er nicht. Was er auf der Welt sieht, lässt ihn stumm werden.

Krieg, Streit und Gewalt – der kleine Engel hat guten Grund, nicht mehr mit zu singen. Was sich Menschen gegenseitig antun, das lässt nicht nur ihn verstummen. Aber im großen Chor der Engel ist auch die allerkleinste Stimme wichtig und so wird er auf die Erde geschickt. Wenn er nicht vom Frieden singen will, dann soll er sich dafür eben auf der Erde einsetzen. Seine Stimme soll die Sehnsucht nach Frieden in den Herzen der Menschen wecken. Etwas eingeschüchtert macht sich der kleine Engel auf den Weg. Offenbar hat er seine Sache recht gut gemacht. Wir wissen, es gibt noch genug, was uns verstummen lässt, was uns die Sprache verschlägt. Aber dass wir das überhaupt spüren können und dass wir es gerne anders hätten – das ist doch so etwas wie die Sehnsucht nach Frieden, die der kleine Engel in den Menschen wecken sollte. Und diese Sehnsucht, die lässt sich einfach nicht unterkriegen. Sie bringt die Menschen dazu, sich für andere einzusetzen und sich zu engagieren. Im Chor der Engel ist die Stimme des kleinen Engel genauso wichtig wie die der großen. Auf der Erde ist es nicht anders: Jede Stimme wird hier gebraucht, auch die allerkleinste. Die Engel, die mir begegnen – jeden Tag, wenn ich recht darüber nachdenke – die gehören eher zu der kleineren Sorte, aber ihre Wirkung…

Von der kleineren Sorte ist auch das Kind, das uns bald geboren wird. Das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Ein kleines Kind, verwundbar und zerbrechlich, ganz angewiesen auf uns. Der Frieden, den es bringt, der ist genauso verwundbar und zerbrechlich – und genauso angewiesen auf uns. Aber der kleine Engel ist ja noch immer unterwegs und viele haben sich ihm angeschlossen. Ich bin sicher, wenn wir unsere Augen, Ohren und Herzen öffnen, dann werden wir sie entdecken, ganz in unserer Nähe.

Pfarrerin Anke Trömper