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Auf ein Wort - "Herr, deine Liebe .." PDF Drucken E-Mail

„Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer, wie Wind und Wellen und wie ein Zuhaus.“

So dichtete Ernst Hansen nach einem schwedischen Liedtext von 1968.

Sommer. Kinder spielen im Sand. Sie bauen, sie formen, sie reißen wieder ein. Selbstversunken schaffen sie sich eine neue Welt. Erinnern Sie sich daran, wie sie selber am Strand Burgen bauten? Das gehört zum Menschen: kreativ sein. In der warmen Jahreszeit, wenn die Kinder endlich wieder viel mehr draußen sind, werden sie zu kleinen Schöpfern. Wasser rinnt durch Sandkanäle, kleine Hände patschen Mäuerchen fest und glatt.

Die Bibel beginnt mit Schöpfungsgeschichten. Aus dem Chaos schafft Gottes Geist Strukturen, Licht, Elemente, Leben, selbst den Menschen. Gottes Wort ist kreativ. Aus Chaos wird ein geordneter Kosmos. Die Schöpfungsabschnitte enden stets mit „Siehe, es war sehr gut!“. Diese Schöpfung dauert an in den vielfältigen Lebensformen, die wir erleben, zu denen wir selber gehören. Diese gesamte Schöpfung in ihrer Schönheit – auch in ihrer für uns bedrohlichen Gefährlichkeit – sehen Christen nicht als Ergebnis eines blinden Zufalls. Die Schöpfung wird als Gottes Werk verstanden, der Mensch als Bewahrer der Schöpfung in sie hineingestellt. Oft wurde der Satz „und herrschet über“ Tiere und Pflanzen missverstanden. Schöpfung ist nicht eine verfügbare Masse, sondern steht zu Gottes schaffender Liebe in Beziehung. Sie hat ihre eigene Würde. Von daher ist der reflektierte Umgang mit dem, was wir als Natur bezeichnen, stets auch ein religiöser Akt. Denn ich greife in einen großen göttlich gewollten Zusammenhang ein. Albert Schweitzer hat aus diesem Bewusstsein seine Ethik der „Ehrfurcht vor dem Leben“ entwickelt. Eine Haltung, die uns als Christen bewusst wird, wenn wir unsere Kinder im Sand spielen sehen: als kleine Schöpfer einer zukünftigen Form der Welt, die wir verantwortungsvoll versuchen miteinander vorzubereiten. Einer Welt, die wir als „Zuhause“ erleben möchten, in der jeder seinen Platz hat, weil wir uns in Gottes Liebe geborgen fühlen dürfen.

Sommerliche Grüße

Ihr Thomas Benner