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Auf ein Wort - Osterlachen PDF Drucken E-Mail

Im Spätmittelalter gab es den Brauch des Osterlachens. Am Ostermorgen sollte der Tod im wahrsten Wortsinn ausgelacht werden. Darf man das? An Ostern in der Kirche lachen? Darf man über Glaubensdinge lachen? Darf man, wie es das Osterlachen meint, über den Tod lachen? So schnell geht das nicht von Karfreitag zu Ostern, von den traurigen Gefühlen zu den fröhlichen und unbeschwerten. Gerade dann aber, wenn uns äußere oder innere Kälte frieren lässt, könnte das Osterlachen hilfreich sein. „Wenn alles so traurig ist, dass keiner mehr lachen kann, und alles so aussichtslos, dass es nichts mehr zu lachen gibt, dann kann allein der Humor noch ein Lächeln hervorzaubern. Nicht weil es Freude gibt, gibt es Humor, sondern dort, wo alle Freude gestorben ist, an den dunklen Tagen voller Ängste, gerade dort lebt der Humor. Humor trägt die Menschen durch die Wüsten des Lebens und sorgt dafür, dass sie nicht zugrunde gehen in lauter Weh und Ach. Humor hilft, trotz allem zu lachen…Humor ist ein Geschenk. Humor lässt den Kopf lachen, während das Herz weint. …Humor und Geduld sind die Kamele, auf denen ich durch alle Wüsten komme.“ (Phil Bosmans) So ein Lachen Trotzallem ist gemeint. Es wäre kein Osterlachen ohne den Karfreitag, sondern es ist eines, das mit dem gemeinsam lacht, der seinen Weg durch Leid und Tod hindurch zurück ins Leben geschafft hat. Es ist eines, das besonders für die Zeit „dazwischen“ gedacht ist. Wenn noch nicht alles überstanden ist, noch nicht wieder alles blüht in mir, wenn es mir noch nicht so gut geht. Weil Humor dabei helfen kann, sich zu distanzieren, Abstand zu gewinnen und sogar Ängste kleiner werden zu lassen. Manchmal reicht so ein lachender Augenblick, um sich innerlich wieder zu entspannen, um wieder freier atmen zu können. Solche lachenden Augenblicke wünsche ich uns allen – und nicht zu knapp, sondern reichlich!

Anke Trömper