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Josef, lieber Josef mein… PDF Drucken E-Mail

Das Christkind, Maria, die drei Könige, Hirten und Engel – das sind die Hauptfiguren in den Geschichten, Liedern und Bildern von Weihnachten. Josef spielt eher eine Nebenrolle. Es gibt aber auch die Ausnahme, und auf meinem Adventskalender mit Darstellungen der Christgeburt, der mir dies Jahr in die Hände gefallen ist, wird Josef vom Rand in die Mitte gerückt. Er hilft, packt zu, ist einfach da, wenn er gebraucht wird. Wie auf dem Wildunger Altarbild  von Conrad von Soest, wo sich Josef um das Feuer für eine wärmende Suppe für Maria müht. Josef ist bodenständiger Handwerker, Zimmermann.  Andererseits ist er offen für Träume, die vergessene Sprache Gottes,  denn er ist derjenige,  der empfänglich ist  für die Aufforderung des Engels, die schwangere Maria zu sich nach Hause zu nehmen. Er vertraut dem Engelsrat zur Flucht, weil Mächtige dem Neugeborenen nach dem Leben trachten.

Dieser doppelte Wesenszug – zupackend in dieser Welt und ganz offen für die Wirklichkeit Gottes – gefällt mir an Josef. Ich möchte davon noch ein wenig mehr für meinen, für unseren Glauben lernen. Wir sind eingeladen, von diesem eher stillen Josef aus der Weihnachtsgeschichte etwas mitzunehmen – ein Gespür für die Zeichen des Himmels im Alltag. Eine Ahnung von Gottes heilvoller Nähe und Gegenwart in mir und im Nächsten. So kommt Gottes Sohn, das Jesus-Kind, immer wieder neu zur Welt. In uns. Damit erfährt der Gruß „Frohe Weihnachten!“ eine ganz-jährliche Bedeutung. Da ich in diesem Jahr nach meiner Verabschiedung aus dem Pfarrdienst Weihnachten mit meiner Familie bei unserem jüngsten Sohn in Frankreich feiern werde, schreibe ich Ihnen schon jetzt diese zwei Worte aus tiefstem Herzen und in dankbarer Verbundenheit mit „meiner“ Gemeinde: Frohe Weihnachten!

Ihr Herbert Raesch