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Im November 1510, wanderte der Mönchspriester Martin Luther von Erfurt nach Rom.

Prägend wurden für Luther die Eindrücke, die er in der Heiligen Stadt gewann. Das Rom der Renaissancezeit Papst Alexanders VI. und Papst Julius II. war eine Stadt im Aufbruch. Die Begeisterung für die Kunst, die von Namen wie Raffael oder Michelangelo ausging, können wir heute mit dem Wirken der größten Popstars vergleichen. Die Verbindung von antiker Gelehrsamkeit und Kultur mit dem christlichen Glauben war das Programm dieser Bewegung. Luther kannte zwar als akademisch gebildeter Priester viele der klassischen Texte, die Lebenswirklichkeit der Renaissancekultur Roms aber sah er kritisch. Seine späteren Erzählungen über die Romreise illustrieren die Oberflächlichkeit der religiösen Riten, die in den Kirchen Roms zelebriert wurden. Dabei war Luthers exegetischer Ansatz, die biblischen Quellen für wichtiger zu halten als die mittelalterliche Tradition ein typisches Geistesprodukt des Humanismus: Zur Quelle musst du gehen, um deinen Durst zu stillen. Der Rombesuch lenkte ihn zu Grundfragen über eine Reformation der Kirche.

Knapp 500 Jahre nach Beginn der Reformation fragen sich evangelische und katholische Christen wie es weitergehen soll mit der Kirche, mit der Ökumene. Mit dem neuen Papst Franziskus kann man zwar reden, was aber folgt? Die Kirche braucht Erneuerung von innen. Es geht nicht um Organisationsprobleme, sondern um Grundfragen. Wie begegne ich heute in MEINEM Leben Gott? Wie kann ich mit anderen Menschen zusammenleben? Wie finde ich einen verlässlichen Boden unter den Füßen, um den Herausforderungen der Gegenwart begegnen zu können? Luther sagte dazu, dass Lektüre der Heiligen Schrift, die Verkündigung der frohen Botschaft und ein waches am Evangelium geschärftes Gewissen uns Gott näher bringen. Wir sollen nicht nachlassen im Gebet und im praktischen Einsatz – gerade in Fragen der Ökumene. Gott schenkt uns Quellen, aus denen wir unseren Durst löschen

Thomas Benner