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Blick über den Tellerrand

Nigeriapartnerschaft im Stadt-Kirchenkreis Kassel

Wir sind eine Gruppe von ca. 10 Frauen und haben eine Partnerschaft zu einer christlichen Frauenorganisation in Nordnigeria aufgebaut.

Wir unterstützen dort den Aufbau eines Frauenzentrums, in dem Frauen aus dem ländlichen Raum in handwerklichen Fertigkeiten sowie Schreiben am PC und Gesundheitserziehung unterrichtet werden. Für die Umsetzung dieses Projektes fallen Kosten für die Lehrkräfte, Material, sowie die Unterbringung an. Deshalb ist Unterstützung erforderlich.

Wir versuchen darüber hinaus, die Ideen der Nordsüdpartnerschaft der ev. Kirche umzusetzen und den Gedanken der Partnerschaft weiter zu entwickeln. Alle 2 3 Jahre planen wir gegenseitige Besuche und lernen so die Lebensbedingungen der Partner kennen.

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Wie arbeitet unsere Gruppe?

Wir treffen uns 1x monatlich in der Bibliothek der Paul-Gerhardt-Kirche und erarbeiten Hintergrundinformation der Nord-Süd-Problematik, insbesondere zu den Konflikten zwischen Moslems und Christen in Nordnigeria. Regelmäßig werden zu dieser Thematik Gottesdienste mit gestaltet. Wir beteiligen uns an aktuellen Aktionen, wie beispielsweise dem Schüleraktionstag 2010.

Kontaktmöglichkeiten
Petrus-Kirchengemeinde Kassel:  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Dreifaltigkeitsgemeinde: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Spendenkonto:
Stadtkirchenkreis Kassel, KontoNr. 220 02 01, EKK-Kassel BLZ 520 604 10

IBAN: DE 30 52060410 000 2200201

BIC: GENODEF1EK1

Zweck: Nigeria-Partnerschaft 14.31200010.4723

 


Veranstaltungen im Rahmen unserer Partnerschaft

Montag, den 06.06.2016,20.00Uhr Paul-Gerhardt-Kirche

Die Leiterin der Frauen in Geschwisterkirche Nigerias Suzan Mark berichtet über die Situation in ihrer Heimat seit den Überfällen und Vertreibungen durch Boko-Haram und die von ihr geleiteten Hilfsprojekte.


 

Aktuelles (Mai, 2016)

In unseren Medien wurde kürzlich wieder von Nigeria berichtet. Die Berichte, die wir aus Nigeria erhalten, machen deutlich, dass zwar die großen Straßen und einige Städte wieder von Boko Haram frei sind, aber in ländlichen Regionen gibt es immer wieder Überfälle. Die Menschen flüchten daher in die Städte und es gibt große Probleme bei der Versorgung. Die Mitglieder unserer Partnerschaft, der Frauen der Geschwisterkirche in Nigeria, versuchen hier zu helfen und die Not zu lindern. Mit dem was sie an Hilfen bekommen, schaffen sie Strukturen, die es den vielen Witwen und Waisen ermöglichen, wieder ein eigenständiges Leben zu führen.

In der Gegend von Jos ist geplant, Schulen speziell für Kriegs-Waisen und Kinder von straffällig gewordenen Eltern zu errichten. Für die Witwen werden Workshops angeboten, die ihnen Fertigkeiten für einen selbständigen Broterwerb vermitteln.

In Maiduguri ist die Situation immer noch sehr angespannt. Das Umland wird von Boko Haram kontrolliert. Die Frauen können ihre Felder nicht mehr bewirtschaften. Deshalb ist es schwer für die Flüchtlinge, eine eigene Lebensgrundlage zu schaffen. Manche Frauen versuchen mit dem Verkauf von Muffins oder als Schneiderin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Mit Hilfe von Spendengeldern werden die Kinder in privaten Schulen unterrichtet.

Für diese Region hat eine ehemalige Mitarbeiterin von Mission 21 einen Verein zur Unterstützung gegründet, der sich „Widow`s care“ nennt. Neben der Unterstützung der Witwen und Waisen in Maiduguri ist es dem Verein gelungen, in einer sicheren Region nahe der Hauptstadt Abuja Land zu kaufen. Gemeinsam mit einer Organisation, die das friedliche Miteinander von Christen und Muslimen fördert, soll hier ein Dorf entstehen, in dem die Bewohner miteinander leben, ihr Land bearbeiten und Handel mit selbst erwirtschafteten Waren betreiben.


Bericht von unserer Partnerschaft in Nigeria (2015)

In den letzten Wochen ist es in unseren Medien wieder still geworden um die Situation in Nordnigeria. Die Flüchtlinge, die nach Europa kommen, berühren unmittelbarer.

In der Region, in der die Angehörigen der Geschwisterkirche leben, hat es seit der Wahl des neuen Präsidenten Veränderungen gegeben. Die großen Strassen sind wieder passierbar. Auch manche Schulen sind wieder geöffnet. Man kann aber nicht sagen, dass  Boko Haram besiegt ist. Die Gruppe hat sich aus den Städten in den Busch zurückgezogen und überfällt immer wieder Dörfer.

Nach der Einnahme der Stadt Mubi und dem Kirchenzentrum der Geschwisterkirche EYN durch Boko Haram  wurde auch das Frauenausbildungszentrum zerstört,  das wir mit Hilfe unserer Spenden unterstützt hatten. Die Leitung der Frauen der Geschwisterkirche versuchte zunächst eine Notversorgung für die geflüchteten Witwen und Waisen zu organisieren. Mittlerweile reisen die Leiterinnen in verschiedene Orte und geben workshops um Fähigkeiten zu vermitteln, wieder eigenes Geld zu verdienen. Auch wenn das Frauenbildungszentrum in seiner bisherigen Form noch nicht wieder aufgebaut ist, so beweisen die Frauen durch ihre Aktivitäten doch ihre Fähigkeit, sich gegenseitig zu unterstützen und Neues aufzubauen.

Bei den Fahrten über die Dörfer hat die Leiterin der ZME auch erfahren, dass in manchen Dörfern extreme Wasserknappheit herrscht. Hilfe für eine langfristige Versorgung mit Trinkwasser ist dringend erforderlich. Wir sind auch im Kontakt mit Mission21.

Abgeschnitten von den Hilfen der Hauptkirche ist der äußerste Norden Nigerias mit der Hauptstadt Maiduguri. Für diese Region hat eine ehemalige Mitarbeiterin von Mission 21 einen Verein (widow`s care) gegründet. Ihre damalige Kollegein, eine nigerianische Lehrerin, leitet und koordiniert die Hilfen für die Binnenflüchtlinge, Witwen und Waisen. Diese Lehrerin, Rebecca B. war auf Einladung des Vereines in Deutschland und hat auch in Kassel einen eindrucksvollen Vortrag gehalten. In Maiduguri versuchen die Frauen ebenfalls die Witwen zu schulen, damit sie eigenes Geld verdienen können. So ist es ihnen gelungen Muffins aus den zugänglichen Zutaten zu backen und diese zu verkaufen.

Es wird deutlich, dass Hilfe zur Unterstützung dieser Tätigkeiten dringend erforderlich ist.

Wir als Partnerschaftsgruppe beschränken uns im Augenblick auf die Hilfe für die Frauenorganisation, um sie bei ihrer Arbeit mit den Witwen und der Beschulung der Waisen zu unterstützen.

Ein Teil der Unterstützung soll über die Leitung der ZME gehen, ein anderer Teil für die Frauen in Maiduguri, die Unterstützung über „widow`s care“ erhalten.

 


 

Aktuell (Oktober 2014) erreichte uns diese bewegende Nachricht aus unserer Partnerschaft, die wir hier veröffentlichen möchten:

(Namen und Orte sind zum Schutz der Personen vor Ort entfernt worden.)

Dear sisters,

I sincerely want to thank you for your concern and loving kindness . I am glad to hear from you. it is healing to hear that people are concern about you. A. is in X and is doing fine. S.is at Y doing fine, her son got married last Easter. R has relocated to Z. because of terror. My husband,myself and some of our children are in X living with my sister's family.one of my daughter is in Y  while my son is in Z. This being apart was as a result of how the attack came upon us while in the church on Sunday during worship time. Everybody ran his or her way into the bush for safety through different directions. It took us more than a week to discover where and how about of our children.

However, my mother in- law and my husband's step mother who are living with us  up to now we do not know about them for five weeks  and my car was burnt down, they have parked away our things. Our nakedness is been covered by some brethren, and remorse is going on that  they have burnt our house ,that i am not sure but that of car is true.God is our comfort. We hope to settle in X in the near future God willing.if our house is truly burnt down.

About women development centre, we are waiting to see how this case will end.

We are trusting God to start it when the security challenge is claim.

Thanks, greet our dear sisters.

M.

Übersetzung:

Liebe Schwestern,

von ganzem Herzen möchte ich Euch allen für Euer Mitgefühl und Eure Freundlichkeit danken. Ich bin sehr dankbar von Euch zu hören, Eure Anteilnahme hat eine heilende Wirkung. A ist in X und es geht ihr gut.

S. ist in Y und es geht ihr gut. Ihr Sohn hat letztes Jahr zu Ostern geheiratet. R. musste nach Z umziehen, wegen des Terrors. Meine Mann, ich selbst und ein Teil unserer Kinder leben in X, gemeinsam bei meiner Schwester und ihrer Familie. Meine Tochter und mein Sohn leben jeweils an anderen Orten. Dieses Auseinandergerissensein hat ganz aktuell mit dem Terror zu tun, dem wir während eines Gottesdienstes ausgeliefert waren. Jeder rannte nach dem Angriff in eine andere Richtung und suchte Schutz. Es dauerte mehr als eine Woche, bis wir etwas über unserer Kinder erfahren konnten.

Immerhin, meine Schwiegermutter und die Stiefmutter meines Mannes leben jetzt mit uns zusammen. Seit fünf Wochen wissen wir nichts Näheres über unsere Kinder. Mein Auto wurde wohl wahrscheinlich verbrannt und unser Besitz wurde vernichtet. In der uns übriggebliebenen nackten Existenz stehen uns unsere Schwestern zur Seite. Auch unser Haus ist wahrscheinlich verbrannt worden. Wir hoffen dann mit Gottes Hilfe uns an einem anderen Ort niederlassen zu können.

Gott ist jetzt unser Trost.

Was unser Frauenprojekt angeht, müssen wir abwarten, wie sich die Situation entwickelt. Wir vertrauen auf Gott, dass wir weitermachen können, wenn es die Sicherheitslage zulässt.

Danke, Grüße an unsere lieben Schwestern,

M.


 

Im September 2014 besuchte uns der Nigeria-Beauftragte von Mission 21 (früher: Baseler Mission).

Er berichtete von den aktuellen Veränderungen aus der Region in Nordnigeria, in der Mitglieder der Geschwisterkirche Nigerias (EYN) und deren Frauengemeinschaft (ZME), unsere Partnerinnen,  leben.

Die islamistische Gruppe Boko Haram überfällt immer mehr Dörfer und Städte Nordnigerias mit dem Ziel, ein islamistisches Kalifat zu errichten. In diesem Jahr kamen dabei mehr als 5000 Menschen ums Leben. Mehr als 650 000 sind geflohen.

Auch die Leiterin der Frauengemeinschaft musste ihren Heimatort verlassen. Das Zentrum der Kirche, wo sich auch das Frauenbildungszentrum befindet, ist ebenso bedroht.

Der Schwerpunkt unserer Unterstützung liegt jetzt bei der Förderung eines Witwen- und Waisenprogramms der ZME.

Wenn Sie etwas dazu beitragen möchten, sind Ihre Spenden auf dem Konto unserer Gemeinde willkommen.

Verwendungszweck: BüdT Nigeria

G. C.


Neues aus der Partnerschaft

Im November 2013 konnten 4 Frauen der Nigeria-Partnerschaftsgruppe  (Blick-über den Tellerrand-BüdT) an einem Seminar über Nordnigeria teilnehmen, das von EMS Stuttgart (Evangelische Mission in Solidarität, der deutsche Zweig von Mission 21) veranstaltet wurde. Dies bot  die Gelegenheit etwas von der derzeitigen Lage der Geschwisterkirche Nigerias, EYN, und der Frauenarbeit zu erfahren.

Die islamistische Gruppe ist immer noch aktiv, zerstört Kirchen und greift besonders im Nord-Osten mit silent killings auch Privathäuser an. Dadurch flüchtet die Bevölkerung dieser Region  in südlichere Regionen, in denen es derzeit noch friedlich ist.

Die EYN ist eine Glaubensgemeinschaft, die Auseinandersetzung mit Waffengewalt und auch Wehrdienst  ablehnt ( Sie ist aus der church of brethren in den USA hervor gegangen.  Diese stammt  historisch von den Brüdergemeinden ab.) Deshalb gibt es eine Bewegung von Christen und Muslimen, die allein den interreligiösen Dialog für hilfreich hält. Dennoch sind alle darin einig vor den Kirchen Wachen aufzustellen.

Durch die gegenwärtige Bedrohung sind einige Programme, die von Mission 21 gefördert werden, stark beeinträchtigt, wie die Pfarrer-Ausbildung (TEE) oder das Alphabetisierungsprogramm in Gawa, wo Renate Müller von ca. 1986 bis 1996 gearbeitet hatte.

Erstaunlicherweise kann das women`s center, das wir mit unterstützen, seine Arbeit fortführen. Die Schwerpunkte haben sich mittlerweile verschoben. Wie uns Suzan Mark im November in einem sehr ausführlichen Arbeitsbericht mitteilte, nimmt  das Women`s center jetzt vermehrt verwitwete und verwaiste junge Frauen auf um sie auszubilden. Der Mitarbeiter von Mission 21 berichtet von seinem letzten Besuch, wie wichtig von den Frauen der Kontakt zu uns, den Kassel-women angesehen wird. Wir wollen also unsere Arbeit fortführen. Anfang Januar haben wir wieder 2000.-€ überwiesen, um Stipendien für Kurse und Materialbeschaffung im Frauenzentrum zu fördern. Die Begegnungen bei dem Seminar haben auch gezeigt, wie bereichernd Kontakte mit anderen sind, die an ähnlichen Projekten arbeiten.

Um die Arbeit der Frauen kontinuierlich unterstützen zu können, sind wir weiterhin auf Spenden angewiesen. Unsere Gruppe eine Gruppe von Frauen mit dem Namen Blick-über den Tellerrand- trifft sich einmal im Monat und beschäftigt sich mit aktuellen Fragen der Partnerschaft oder Themen aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Frauen, die mitmachen möchten, sind herzlich willkommen.

Januar 2014

 


 

Nigeriapartnerschaft im Stadt-Kirchenkreis Kassel

Seit 1998 besteht eine Partnerschaft der Dreifaltigkeitsgemeinde und der Petrusgemeinde mit der Frauenorganisation der Geschwisterkirche in Nordnigeria.

Wer sind die Partnerinnen?

Frauen der Frauenorganisation ZME (Haussa: Zumutan Mata Ekklesiar) in der Geschwisterkirche Nigerias, EYN (Haussa: Ekklesiyar Yanùwa a Nigeria), die seit 1973 unabhängig von der Missionskirche church of brethren ist.

Die Frauen der ZME spielen eine zentrale Rolle im Gemeindeleben. Sie pflegen die Gemeinschaft, treffen sich zum Bibelstudium und tragen musikalisch zur Gottesdienstgestaltung bei. Ein wichtiger Schwerpunkt ihrer Arbeit sind caritative Tätigkeiten. Weiterhin fördert die ZME die Grundschulbildung sowie die Weiterbildung erwachsener Frauen.

Welches Projekt wird von den Gemeinden gefördert?

Die Frauen der ZME begannen Ende der 90er Jahre ein Frauenzentrum aufzubauen. Dort werden Frauen in unterschiedlichen Fertigkeiten unterrichtet, um sie zu befähigen, etwas zum Familieneinkommen beizutragen.

Diese Arbeit unterstützen wir finanziell. Von den letzten Spenden haben wir 1000 € für die Anschaffung von Lernmaterial und 1000 € für ein Stipendium zur Verfügung gestellt. Um die Arbeit kontinuierlich unterstützen zu können, sind wir weiterhin auf Spenden angewiesen.

Nigeria ist immer wieder in den Schlagzeilen, wegen Brandanschlägen auf christliche Kirchen. Es hat im vergangenen Jahr hunderte Anschläge gegeben. Die Gemeinden stellen Wachen vor den Kirchen auf, wissen aber, dass die Terroristen unberechenbare Selbstmordanschläge verüben.

Eine Frau der ZME schrieb uns in der letzten Woche, dass sie zwar um die Bedrohung wüssten, aber dennoch in die Gottesdienste gehen und auch ihre jährliche Frauenkonferenz abgehalten haben, denn sie vertrauen darauf, dass Gott sie schützt.

In ihren Mails betonen sie, wie wichtig es Ihnen ist, dass sie von uns wahrgenommen und in unsere Gebete einbezogen werden.

Ein wichtiger Beitrag für das Zusammenleben von Christen und Muslimen in dieser Region ist die Entscheidung der Frauen, zu den Kursen des Zentrums auch muslimische Frauen auf zu nehmen.